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Pfarrbrief und mehr ...

 

Die Damflossa Theatergruppen

Schon in den 20ziger Jahren gab es in Damflos eine Theatergruppe. Diese bestand zu mindestens aus Margarete Klein geb. Ganz (Klein Greet), Margarete Schmitt geb. Schu (Theise Greet), Adam Fuchs, Nikolaus Bier(Franzperrasch Neggel) und Johann Bier. Die eingeübten Werke wurden in Damflos, in den Nachbarorten und sogar in der „Mark“ in Thalfang gegen ein kleines Eintrittsgeld dargeboten. So lernten sich wohl auch Margarete Ganz und Peter Klein aus Muhl kennen. Juliane, die Mutter von Peter Klein war über diese Liebe anfangs nicht sehr erfreut und äußerte sogar: „Dat Theatermensch kemmt mia nett ennt Hous – dieses Theatermensch kommt mir nicht ins Haus." Doch ihr Einwand schien nicht viel bewirkt zu haben, denn aus dem „Theatermensch“ Margarete Ganz und Peter Klein wurde ein Ehepaar. Adam Fuchs übte die Theaterstücke mit den Akteuren ein und so wurde folgendes überliefert: Das Stück hieß „Flucht aus dem Fenster“ und wurde in Thalfang aufgeführt. Die Theatergruppe hatte das Eintrittsgeld bereits erhoben und der Vorhang war noch geschlossen. Der vollbesetze Saal wartete gespannt, wann es denn endlich los gehen sollte. Ein Fenster war geöffnet und die Theatergruppe floh aus diesem – mit dem Eintrittsgeld – ohne eine Vorstellung abzuliefern!

 

In den 50ziger Jahren lebte das Theaterspiel in Damflos wieder auf. Nikolaus Bier hatte ja bereits Theatererfahrung und besaß auch die alten teils zerfledderten Hefte der damaligen Theatergruppe. Er war daher der Regisseur. Die „Schauspieler“ waren Lotti Fricker geb. Klein, Hilde Butterbach geb. Lecher, Hans Rosar, Hans Pink, Paul Sens Mathilde Webel geb. Schumacher, Peter Ganz, RaimundSchumacher, Elke Dupont, Wolfgang Göddemeyer und Alfons Kaub. Im Gasthaus Düpre wurde im Saal auf der Bühne mit großen Vorhang geprobt und dort fanden auch die Vorführungen statt. Natürlich gab es, dem Stück entsprechend, eine Kulisse mit Tisch und Stühlen oder mit Bäumen als Wald. Das erhobene Eintrittsgeld wurde für den Bau des Damfloser Pfarrhauses verwendet. Bevor die Akteure proben konnten, mussten sie erst im Saal Feuer machen, damit sie es in der Kälte aushielten. Pastor Hecker, der Mitinitiator der Theatergruppe war, besuchte mit seinem Motorrad jede Vorstellung. Am 1. und 2.Weihnachtstag fanden in Damflos die Auftritte statt. Der Fuhrunternehmer Kohlhaas (Vater von Herbert und Brunhilde) besaß einen LKW jedoch keinen Führerschein dafür. Fahrer war Peter Mertes, genannt "Mertes Pitt". Dieser fuhr die Theatergruppe rund auf die Dörfer. So trat man in Thiergarten im Gasthaus Probst auf, in Züsch und in Reinsfeld. Schon damals war man modern und gab nach einem Theaterstück immer noch eine Zugabe, heute würde man sagen einen „gespielten Witz“. Diesen Part mussten immer Lotti Fricker geb. Klein und Hans Pink, genannt "Pink Hänsi", übernehmen. Bei der Zugabe „Herr Wuttke, der Heiratskandidat“ rutschte Hans Pink auf den Knien vor seiner „Angebeteten“. Diese musste beim Anblick derart lachen, dass sie keinen Text mehr hervorbringen konnte. Hans Pink musste ebenfalls lachen, kroch unter den Tisch und zog die Tischdecke runter. Der ganze Saal stand Kopf und noch lange wurde über diese lustige Szene geredet.

©Margareta Bouillon-Adams 2018

De Damflossa Schnaira

Jakob Lorscheider, Jahrgang 1906, Sohn von Helene Lorscheider, geb. Schmitt, genannt „Scheddsmarais Lien“ und Christian Lorscheider, genannt „Scheddsmarais Bägga“, erlernte den Beruf des Schneiders in Franzenheim. Da die damaligen Verkehrsanbindungen recht dürftig waren, musste Jakob einige Wochen bei seinem Meister wohnen und arbeiten, um dann für ein oder höchstens zwei Tage nach Damflos in sein Elternhaus zurückkommen zu können. Im Nachbarort von Franzenheim, in Pellingen, lernte er dann seine spätere Ehefrau Cäcilia, genannt „Schnaira Cilli“ kennen. Beide heirateten 1932 und zogen nach Damflos. Die Mutter von Jakob Lorscheider betrieb zu der Zeit in der heutigen Gartenstraße 1 ein Geschäft mit Lebensmitteln, Kolonialwaren und sogar Petroleum. Der Laden befand sich gleich hinter der Haustüre links. Dahinter errichtete Jakob Lorscheider sein Schneiderzimmer. Er nähte Kleider für die Damenwelt, Hosen und Sakkos für die Herren, kürzte zu lange Ärmel und Röcke und hatte Kundschaft aus Damflos, Thiergarten, Abtei und Hermeskeil. Auch der Dorflehrer Peter Fusenig zählte zu seinem Kundenstamm. Für ihn fertigte der gelernte Schneider ganze Maßanzüge an. In den Kriegszeiten hatte Jakob Lorscheider Hochbetrieb und so konnte er mit seinem Handwerk seine Frau und seinen Sohn Hermann gut ernähren. Bis Anfang der 50ziger Jahre hatte er „Damflossa Schnaira“ viel zu tun, dann gab es Kleider, Blusen, Mäntel und Anzüge preiswert von der Stange und "De Damflossa Schnaira" schloss seine Schneiderstube.

©Margareta Bouillon-Adams 2018

Das Lied von Gret und Hermann Göddemeyer

Das Lied von Gret und Hermann Göddemeyer

Josef Hermann Göddemeyer kam aus Witten während der Kriegszeit nach Damflos. Dort verliebte er sich in Margarete Krämer. Sie bekamen 8 Kinder, von denen leider Ilse und Heinz früh starben. So zogen Sie Wolfgang, Marlene, Hermann-Josef, genannt Jubbes, Margret, Elisabeth, genannt Lies, und Peter groß. Das Singen gehörte immer zur Familie und so wunderte es niemand, als Peter, der Jüngste, zusammen mit Hans Schneider die legendären „Wum Boys“ gründete. Auf keiner Kirmes und auf keiner Feier fehlten die „Wum Boys“. Sie spielten herrliche Tanzmusik und Hans schlug das Schlagzeug wie kein anderer und unterstützte Peter beim Gesang. Peter spielte Schifferklavier und hatte eine schöne Stimme. Warum „Wum Boys“? Nun, "Der große Preis" mit Moderator Wim Thoelke gehörte in den 70er und 80er Jahren zu den unterhaltsamsten Sendungen des ZDF. Zwei Zeichentrickfiguren haben extrem zur Popularität der Rate Show beigetragen: Wum und Wendelin. Geboren wurde Hund Wum eigentlich als Maskottchen der Aktion Sorgekind (heute: Aktion Mensch). Und zwar 1971. Kein Geringer als Loriot, der berühmte Komiker, Zeichner und Schauspieler hat den cremefarbenen Vierbeiner mit den schwarzen Schlappohren und dem extrem tiefen Organ erfunden. Einige Zeit später gesellte sich auch Elefant Wendelin dazu. Markenzeichen: eine näselnde Piepsstimme. Beide riefen dann Tooeelke! Und das Publikum war fasziniert. Die „Wum Boys“ waren eine Erfolgsgeschichte für sich. Hermann und GrRet Göddemeyer aber auch. Auf keiner Fastnacht, auf keiner Kirmes und auf keinem Fest durften sie fehlen mit ihrem Lied. Sie ergänzten sich so wunderbar mit ihren Stimmen, dass sie immer und immer wieder „Ihr Lied“ singen mussten. Und so ging es:

„Arbeit und Zufriedenheit“ Ein neuer Frühling wird in die Heimat kommen, von den Comedian Harmonists Arbeit und Zufriedenheit und inn'rer Sonnenschein, das muss sein. Du und ich, wir alle brauchen wieder neuen Mut, dann wird's gut. Uns're Heimat muss und bleibt bestehn und wird wieder schön. Ein neuer Frühling wird in die Heimat kommen, schöner noch, wie's einmal war. Ein neuer Frühling wird in die Heimat kommen, alles wird so wunderbar. Und man wird wieder das Lied der Arbeit singen, g'rade so, wie's einmal war. Es geht im Schritt und im Tritt auch das Herz wieder mit und dann fängt ein neuer Frühling an.

Ja huh ha ja - und das ist von Hermann und Gret Göddemeyer die sehr schön gereimt hatten.

Der Hermann liebt sein Gretelein. Er schloß sie tief ins Herz hinein. Die Gretel kennt die Liebe nicht und sagt dem Hermann ins Gesicht: Ja huh ha ja:

Wenn die Pappeln leise rappeln, und die Affen sich begaffen, so im hellen Sonnenschein,

wenn die Mücken sich bekicken, und die Bienen sich beglücken, ja wie muss das herrlich sein.

Wenn die Ziegen vor Vergnügen, auf den Wiesen wieder liegen, und der Storch kommt zur Mama,

wenn die junge Saat ausbricht, im Kuhstall nach Spinat es riecht,

ja dann ist der Frühling da.

Ein neuer Frühling wird in die Heimat kommen, schöner noch, wie's einmal war. Ein neuer Frühling wird in die Heimat kommen, alles wird so wunderbar. Und man wird wieder das Lied der Arbeit singen, g'rade so, wie's einmal war. Es geht im Schritt und im Tritt auch das Herz wieder mit und dann fängt ein neuer Frühling an. Es geht im Schritt und im Tritt auch das Herz wieder mit und dann fängt ein neuer Frühling an. ©Margareta Bouillon-Adams

Baugebiet Großer Röder

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