Hallo liebe Fangemeinde,
vielen Dank für Eure anfeuernden e-Mails, SMS Anrufe etc.!
Hier vorab ein erster kurzer Rennbericht, ein ausführliches Werk mit Vor- Nachbereitung und Eindrücken von der Veranstaltung folgt.
Die Auftaktdisziplin von 3,8km Schwimmen war eine Wohltat, der Kanal hatte knapp 21,5 Grad, ich kam mit guter Verfassung nach 1 Std und 30 Minuten aus dem Neoprenanzug und konnte mich gut beweglich zum Radfahren in unter 4 Minuten umziehen.
Voller Freude auf meine Laugenbretzel, die ich extra am Lenker befestigt hatte, kletterte ich auf mein Zeitfahrrad und kurbelte los. Trotzdem ich nach nur einem halben Kilometer schon meine Bretzn wieder verloren hatte, kam ich locker in den Tritt und habe die ersten 30 Radkilometer damit verbracht Energie in Form von Riegeln, Bananen und flüssigem- Isotonischem Material zu Tanken. Auf Km 35 kamen zuerst der Vize-Weltmeister und amtierender Europameister und späterer Sieger Andreas Raelert und dann 3 Minuten später der zweitplazierte und Rekordinhaber auf der Radstrecke Sebastian Kienle vorbei geflogen... eine echte Abkühlung deren Seitenwind... Wahnsinn was für ein Tempo die fahren! Nach guten 75 km kam ich dann an den berühmten Solarer Berg, das ist Gänsehaut pur, Feeling wie bei der Tour de France, die Fans stehen mitten auf der Straße und machen erst kurz vor einem Platz. Jeder hat ein anfeuerndes Wort oder einen Schulter, Po oder Helmklaps parat. Toll, aber viel zu schnell ist man über diese Erhebung herübergetragen worden. Ruckzuck war die erste Runde um und im gleichen Ritt mit nicht weniger enthusiastischen Zuschauern auch die Zweite in einer Gesamtzeit von 5 Stunden 59 Minuten vorbei. Insg. 181,5 km wegen Baustellenumleitung galt es dieses Mal zu bewältigen. O-Ton Erich Ganz: „30 Km mit dem Rad pro Stunde, da warst Du ja schneller als unser Fendt!“
Der Wechsel auf den Marathon-Lauf, d.h. Radhose und Schuhe aus, Laufhose und Turnschuhe an, war wie trainiert -problemlos- und es ging mit leichten Beinen und einem Stück Reiskuchen im Mund locker Bergab. Im Bereich von 6 Minuten bis 6.10 /Km lief ich auf die 5Km Marke zu und fühlte mich Weltklasse. Mein Ziel dieses Mal in 12 Std zu beenden fest aber nicht starr im Blick. Selbst Küsschen für meine mich Unterstützende Frau und Tochter, waren ohne Hast möglich. Plötzlich raste mein Puls von "ruhigen" 155 auf über 176/ 180 Schläge pro Minute hoch und mein Blickfeld wurde von schwarzen Balken eingerahmt...... aus heiterem Himmel fiel mir meine mühsam auf dem Rad erarbeitete Verpflegung aus dem Gesicht.... auf Details möchte ich nicht eingehen… Retrospektiv; ein Elektrolyt Verlust der mit einem abfallenden Blutdruck und der ausgleichend hohen Herzfrequenz quittiert wurde brachte meinen Kreislauf zum erliegen. Eine nette Dame von Verpflegungsstation 6km päppelte mich wieder mit gesalzener Melone, Tuc-Keksen und Cola auf, so dass ich mich nach gefühlten 15 Min Pause strammen Schrittes auf den weiteren Weg begeben konnte. Zur gleichen Zeit etwa kam mir Volker P. entgegen, die Art wie er seine Mütze und Brille trug, ließen auch dessen schlechte Verfassung erahnen, wir feuerten uns gegenseitig an durchzuhalten. Bei KM 11 fing ich wieder an zu traben, ab km 19 wieder an zu laufen. Die fehlenden Zwischenzeiten sind durch ein Gewitter begründet, welches bei mir ungeahnte Energien freigesetzt hat, so dass ich ab Km 32 mit meinem 10 Km Bestzeittempo aufwarten konnte. Es hat so geschüttet, dass wir mit nach vorn ausgestreckten Armen gelaufen sind, um niemandem umzurennen!!!! Ehrlich, es war kein Unterschied zwischen Main/ Donau Kanal und Straße/ Weg zu erkennen. Selbst die eingeschalteten Straßenlaternen brachten keine wirkliche Helligkeit. Der Weg durch die Kopfsteingepflasterte Rother Altstadt mitten durch Gassen von Biertischgarnituren erwies sich als Eiertanz, ständig der Gefahr ausgesetzt irgendwo auszurutschen, um dann mit Oberschenkelhalskrause rollend durchs Zieltor zu humpeln. Ausgelaugt von diesem langen Tag aber überglücklich kam ich dann mit der bekannten 12 Stunden und 31 Minuten Finish-Zeit durchs Challenge Stadion und wurde von meiner Tochter Marie und einer trotz widrigsten Wetterbedingungen noch immer freudigen Zuschauermenge die letzten Meter über die Ziellinie begleitet.
Dankeschön nochmals an Euch alle, die für mich gefiebert, mir die Daumen gehalten und mit mir gelitten haben!
Sportliche Grüße
Euer „Challenger“ Sascha
email: sphammes(@)web.de