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Die Jugend spielte "Issi"
Issi-Schlagstock

"Issi" ist ein Mannschaftsspiel.

Es war ein Spiel, das die Jugend, vor allem die Buben vorzugsweise im Spätsommer bis in den Herbst hinein auf den Wiesen des Dorfes nach dem letzten Heuschnitt spielten.

Die Voraussetzungen:
Zum Issi-Spielen brauchte es zwei Mannschaften.
Die Anzahl der Spieler einer Mannschaft war nicht explizit festgelegt, sondern richtete sich nach den zur Verfügung stehenden Spielern.
In der Regel bestand eine Mannschaft aus 5 bis 10 Spielern.

Der Spielplatz war eine ausreichend große Wiese ( etwa 1/2 Morgen oder größer).

Die Spielgeräte bestanden aus dem Issi, Issi Spielgerät einem etwa 10cm langen, daumendicken Hölzchen von einem Haselnussstrauch und einem Schlagstock aus einem ziemlich gerade gewachsenen, etwa 11/2m langen und zwei bis drei daumendicken Ast, eines ebensolchen Haselnussstrauches.

Das Spielfeld (die Wiese) wurde in ein Abschlagfeld mit Abschlagkreis (Durchmesser etwa 2m) und ein großes Verteidungungsfeld (die übrige Wiese) aufgeteilt.
Vor dem Abschlagkreis befand sich eine etwa 3 bis 5m vom Kreis entfernte Werfermarkierung.

Issi-Spielfeld mit Abschlagkreis und Werfermarkierung
Das Issi-Spielfeld

Die Spielregeln:
Gespielt wurden eine oder mehrere vorher festgelegte Spielrunden.
Die Mannschaft die nach Ende des Spiels die meisten Punkte gesammelt hatte war Sieger.

Nur die Mannschaft die das Abschlagrecht hatte konnte Punkte sammeln.
Zu Beginn des Spiels wurde das erste Abschlagrecht ausgelost oder durch Zielwerfen des Issi in den Abschlagkreis ermittelt.

Das Spiel:
Der Abschläger postierte sich nun mit seinem Haselnussstock in der Hand vor dem Abschlagkreis.
An der Werfermarkierung stand der erste Werfer der gegnerischen Mannschaft und versuchte durch geschicktes Werfen das Issi am Abschläger vorbei in den Kreis zu werfen.
Ist ihm dies gelungen schied der Abschläger aus und der nächste der Mannschaft kam zum Zug.

Verfehlte der Werfer den Kreis wurden Punkte für die abschlagende Mannschaft gezählt.
In diesem Fall wechselte der Werfer der gegnerischen Mannschaft um sein Glück gegen den selben Abschläger zu suchen.
Der Abschläger versuchte seinerseits das Issi mit seinem Haselnussstock so hart zu treffen, dass es weit in die Wiese flog.

Die übrigen Spieler der gegnerische Mannschaft postierten sich strategisch auf der Wiese damit sie ihrerseits das heranfliegende Issi mit ihren Stöcken in der Luft treffen (abtreffen) konnten.
War dies einem der Spieler gelungen, war der Abschläger in der laufenden Runde ausgeschieden.
Erreichte das Issi jedoch ohne "abgetroffen" zu sein den Boden, kam der wurfstärkste Spieler der gegnerischen Mannschaft zum Einsatz um das Issi zum Kreis oder noch besser in den Kreis zurück zu werfen.

Kam das Issi außerhalb des Kreises zu liegen, wurden die Punkte gezählt.

Mit dem Schlagstock wurde die Entfernung des Issi zum Kreis gemessen.
Eine Schlagstocklänge ergab einen Punkt.
Lag das Issi weniger als eine Schlagstocklänge vom Kreis entfernt gab es mindestens einen Punkt.

Der Abschläger hatte natürlich seinerseits wieder die Chance, wenn das Issi in seine Nähe flog, dieses wieder mit seinem Schlagstock zu treffen und weit zurück in die Wiese zu schlagen.
Kam es ohne abgetroffen zu sein auf dem Boden auf, wurden wieder Punkte gezählt.

Waren in einer Runde alle Spieler der abschlagenden Mannschaft ausgeschieden, wechselten die Mannschaften die Spielpositionen.

Das Spiel war spannend bis zum Schluss, da es noch dem letzten Spieler möglich war selbst einen großen Punkterückstand wettzumachen und das Spiel für seine Mannschaft zu gewinnen.

Issi zu spielen war an kein Zeitlimit gebunden und konnte so viele Stunden oder gar einen ganzen Tag lang dauern.


Die Ursprünge des Spiels sind nicht bekannt

Die Art des Spiels erinnert bei großzüger Betrachtung entfernt an Cricket.
Die Ursprünge des Spiels und auch der Name "Issi" sind jedoch völlig unbekannt.
Aus mündlichen Überlieferungen weiß man, dass Issi nur in einer kleinen Region des Hochwaldes gespielt wurde und sich bis in die 50er und teilweise auch noch der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreute. Besonders in Damflos.

Issi war ausschließlich ein Spiel der Jugendlichen und wurde zu keiner Zeit organisiert oder vereinsmäßig gepflegt. Häufig organisierten die Jugendlichen  unter sich eine Art Dorfmeisterschaft, wie Oberdorf gegen Unterdorf, wobei sie Ihre Geschicklichkeit beim Issi-Spielen maßen.

Gegen Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre ging die Bedeutung des Spiels allmählich verloren und geriet sogar einwenig in Vergessenheit.

 


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