In früherer Zeit herrschte auf dem Hochwald große Not. Viele Damfloser versuchten ihren kärglichen Lebensunterhalt durch Heimarbeit zu verbessern.
Sie fertigten aus Holz Eßgeschirr, Rechen, Klammern und allerlei sonstige Gegenstände an, die sie in der näheren und weiteren Umgebung zum Verkauf anboten.
Aus diesem Grund werden die Damfloser Löffelmacher genannt.
Damals umgaben große Eichen- und Buchenwälder den kleinen Ort. Die Damfloser Drechsler fanden daher genügend Holz für ihr Handwerk. Jeder hatte sich in den Wäldern einen bestimmten Platz ausgesucht von dem er sein Holz besorgte.
An einem nebligen Herbsttag, als es Abend wurde, machten sich zwei Männer auf den Weg in den Hascheid um dort Holz zu holen. Nach einer guten Wegstunde durch den dichten Wald hatten sie den Holzplatz erreicht.
Sie waren dabei sich schwere Holzscheite auf die Schulter zu laden, als beide eine dunkle Gestalt in der Nähe bemerkten.
Die zwei Drechsler zeigten sich unerschrocken und fuhren mit ihrer Arbeit fort.
Dieser Platz war ihnen vertraut und sie kannten auch sonst keine Furcht. Plötzlich stand die Gestalt vor ihnen, strich einem der Männer über die Hand und sagte mit Grabesstimme: "Die Nacht ist für uns, der Tag ist für Euch".
Bei diesen Worten ließen die beiden das Holz fallen und liefen davon so schnell ihre Beine sie trugen.
Wer die unheimliche Gestalt war, weiß bis heute niemand zu sagen. Die beiden Holzsucher jedenfalls gingen seitdem nur noch tagsüber in den Hascheid.
Von Hans-Georg Rosar und Berthold Bouillon nach einer mündl. Überlieferung.